MOBILITÄT FÜR DIE MENSCHEN

Wie Elaris-Gründer Lars Stevenson günstige Elektromobilität nach Deutschland bringen will. Die Automobilbranche befindet sich im Wandel – und mittendrin agiert Elaris.

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Der deutsche E-Auto-Hersteller hat seine Produktionsbasis in China und passt die Autos zielgerichtet an den europäischen Markt an. Lars Stevenson, Gründer und CEO von Elaris, verfolgt ehrgeizige Ziele: „Mobilität muss sich dem Menschen anpassen. Es braucht gelungene technische Unterstützung und bezahlbaren Comfort und Technologie auf hohem Niveau.“ Im Gespräch zeigt Lars Stevenson die Herausforderungen wie Chancen der Branche auf und erklärt, wie sich Elaris durch innovative Geschäftsmodelle langfristig am Markt etablieren möchte.

Herr Stevenson, sie sind seit geraumer Zeit Unternehmer. Bevor wir zur Elaris kommen: Welche Erfahrungen konnten sie bereits sammeln? Welche Stationen haben sie hinter sich?

Inzwischen bin ich schon seit 30 Jahren als Unternehmer tätig! Angefangen habe ich als Programmierer und meine eigene Software verkauft. Durch meine familiären Wurzeln – mein Vater ist in Malaysia und meine Großmutter ist in China geboren – konnte ich bereits Erfahrungen auf asiatischen Märkten sammeln. In China und Malaysia habe ich in den 90ern PC’s gebaut und nach Deutschland verkauft. Ich war auch früh beim Thema KI dabei. Im Nachhinein vielleicht zu früh. Den heutigen Hype gab es damals noch nicht. Zudem genieße und sammle ich privat gerne Wein und bin Teilhaber an einem Gut in der Pfalz. Und die Stevenson Weine kommen super auf dem chinesischen Markt an.

Und nun bauen sie also E-Autos. Ein gewagter Schritt, die Konkurrenz und die Hürden sind groß. Welche generellen Herausforderungen sehen sie für die Automobilbranche?

Die Automobilbranche sehe ich insgesamt im Wandel. Zum einen gibt es einen großen Bedarf an nachhaltiger Mobilität, an Fahrzeugen die bezahlbar sind und einen sicher und mit Fahrspaß bewegen. Zum anderen werden die Vertriebswege von Fahrzeugen in der gesamten Branche neu gedacht. Auslöser ist sicher der Wandel zu E-Mobilität, aber auch die hohe Inflation und die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit beeinflussen den Markt stark. Die Branche muss sich digitalisierter darstellen – aber auch den eigentlichen Nutzer, den Menschen im Fahrzeug nicht außer Acht lassen. Für mich sind die Zeiten vorbei in denen Fahrzeuge allein wegen ihres Images, der maximalen PS-Leistung oder wegen der letzten technischen Innovation gekauft werden.

Wir setzen auf eine hohe Kundennähe, ein Direkt-Vertriebsmodell in dem aber auch Händler sinnvoll eingebunden sind, um ein ganzheitliches Erleben der Marke zu garantieren. Die Integration beispielsweise einer AvD Mitgliedschaft oder eine umfangreichen KFZ-Versicherung mit unserem Partner Gothaer in ein Angebot sind erste Meilensteine, um dem Markt gerecht zu werden. Bezahlbare und hochwertige E-Fahrzeuge, die Spaß machen und gleichzeitig eine 360 Grad Kundennähe auch nach dem Kauf ermöglichen.

Sie wollen auf diesem Markt mitmischen. Welche Hindernisse birgt der Einstieg in die Branche und wie kann man ihnen begegnen? Welche Chancen leiten sie daraus für eine junge und noch unbekannte Marke wie Elaris ab?

Der Weg zur Professionalisierung ist immens – die enormen Summen an Kapital sind da noch gar nicht einkalkuliert. Der logistische Aufwand, der Aufbau eines Händler- und Vertriebsnetzes und die Schaffung der Systemlandschaft sind nur einige wenige Punkte, die sich daraus ergeben. Und dann haben wir noch nicht über die Homologationsverfahren, CE-Siegel und Sicherheitstest gesprochen. Werden hier Fehler gemacht, müssen Fahrzeuge zurückgenommen, angepasst und erneut getestet werden, bevor sie wieder auf die Straße dürfen. Das ist richtig und wichtig, erschwert aber den Einstieg. Die Ansammlung von Wissen ist wichtig, die Lernkurve gewaltig. Ich denke wir haben diese gut gemeistert.

Und trotzdem sind es junge Unternehmen wie wir, die mit frischen Ansätzen und Ideen für Veränderungen sorgen können. Elaris, das sind nicht nur Fahrzeuge. Wir gehen neue Wege im Service- und Distributionsbereich. Wir setzen uns für den Ausbau der Ladeinfrastruktur ein. Den Vertrieb unserer Fahrzeuge gestalten wir digital. Wir verzichten auf eigene Stores. Die Auslieferung erfolgt über unsere Partner, wie z.B. Euromaster oder Autohändler via Autohelden.

Sie betonen: Elaris ist ein deutsches Unternehmen. Die Produktion erfolgt in China. Erklären sie uns kurz dieses Geschäftsmodell. Was macht Elaris als Marke besonders?

Chinesische Hersteller haben innerhalb der letzten Jahre eine beeindruckende Infrastruktur aufgebaut. Wir sprechen von hoher technischer wie mechanischer Kompetenz und von voll-automatisierten Werken. In der Kooperation mit Skywell können wir deren Modelle für den europäischen Markt aufbereiten und individuell anpassen. Das Auto, das dann vom Band geht, ist nicht das gleiche Fahrzeug, das für den chinesischen Markt gebaut wird. Alle Fahrzeuge von Elaris sind selbstverständlich für den EU-Markt zertifiziert und vollständig homologisiert. Und wir können auf Kundenwünsche eingehen, weshalb alle Autos schnell angepasst werden können. Bei uns trifft Präzision auf Flexibilität.

Derzeit bietet ihr Fahrzeuge in drei unterschiedlichen Klassen an. Der DYO ist der Zweisitzer für die Stadt, der BEO der klassische SUV. Warum diese Modelle?

Mit dem Dyo setzen wir uns direkt von der Konkurrenz ab. Das ist ein günstiger Zweisitzer, der für unter 20.000€ zu haben ist. Perfekt für den Stadtverkehr und eine spannende Möglichkeit günstige Elektroautos auf die Straße zu bringen. Der Beo ist unsere Antwort auf die Nachfrage nach Mittelklasse-SUV’s. Für den deutschen Markt sind solche Fahrzeuge interessant. Der Beo ist technisch anspruchsvoll. Unsere Kunden müssen keine Abstriche in punkto Ausstattung und Fahrspaß machen. Weitere Modell werden noch im Sommer 2023 vorgestellt die unser Produktportfolio ergänzen.

Mitte Mai kam die Meldung zur Beteiligung an Autohelden. Zur Zusammenarbeit mit der Einkaufsplattform wurde davor schon berichtet. Was bedeutet dieser Schritt für Elaris? Wie passt die Kooperation in ihr Geschäftsmodell?

Autohelden liefert Fahrzeuge, Ersatzteile sowie Reifen und bietet attraktive Lösungen im Bereich Finanzdienstleistungen, Garantien, Solaranlagen, Ladesäulen oder Mobilität an. Das Unternehmen erreicht etwa 600 Autohäuser. Autohelden passt damit perfekt in unser Netzwerk und unterstützt unsere Vision eines innovativen und digitalen Vertriebs.

Seit Anfang 2023 stehen wir schon in einer engen Partnerschaft. Mit der Beteiligung erweitern wir die bisherige produktive Zusammenarbeit und eröffnen neue, deutschlandweite Möglichkeiten. Unsere Kunden profitieren künftig von einem dichten Netzwerk an Autohäusern, ausgestattet mit den günstigsten Preisen und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Angebote. Das ermöglicht eine direkte Betreuung – präzise und flexibel.

Die Konkurrenz ist groß. Auch deutsche, etablierte Autohersteller sind längts in der E-Mobilität angekommen. Was ist ihr langfristiger Plan mit Elaris?

Mobilität sollte sich den Menschen anpassen, nicht der Mensch der Mobilität. Dafür braucht es gelungene technische Unterstützung, die zugänglich für alle Altersklassen ist. Das Ziel sind bezahlbarer Comfort und Technologie auf hohem Niveau. Elaris, das ist kein Unternehmen, das im Glashaus sitzt. Wir wollen bodenständig sein und das richtige Autos für konkrete Anwendungsfälle bauen. Das bedeutet auch, dass wir unser Wissen und unseren Anspruch an Qualität an unsere Manufakturpartner weitergeben und im Gegenzug von deren Expertise lernen. Die Fahrzeuge von Elaris sollen leicht und schnell bestellbar sein, sodass der Weg zum Traumauto nur ein paar Klicks benötigt. Und langfristig haben wir auch eine Vision: Wir möchten eigener Hersteller werden!

 

https://www.mz.de/deutschland-und-welt/mobilitaet-fuer-die-menschen-wie-elaris-gruender-lars- stevenson-guenstige-elektromobilitaet-nach-deutschland-bringen-will-3629831

Pressekontakt

Kolja Forstbauer

pr@elaris.info

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